ZWISCHEN WELTEN

ZWISCHEN WELTEN

Drama | Deutschland / Afghanistan 2014

Regie: Feo Aladag
Länge: ca. 98 Minuten, Bild: 1:2,35, Ton: Dolby Digital 5.1

Bundeswehrsoldat Jesper (Ronald Zehrfeld) meldet sich erneut zum Dienst in das krisengeschüttelte Afghanistan und erhält mit seiner Truppe den Auftrag, einen Außenposten in einem kleinen Dorf vor dem wachsenden Einfluss der Taliban zu schützen. Dabei wird ihnen der junge Afghane Tarik (Mohamad Mohsen) als Dolmetscher zur Seite gestellt.

Jesper versucht mit Tariks Hilfe, das Vertrauen der Dorfgemeinschaft und der verbündeten afghanischen Milizen zu gewinnen – doch die Unterschiede zwischen den beiden Welten sind groß. Er steht immer wieder im Konflikt zwischen seinem Gewissen und den Befehlen seiner Vorgesetzten.

Als Tarik, der von den Taliban bedroht wird, weil er für die Deutschen arbeitet, seine Schwester in Sicherheit bringen will, geraten die Dinge außer Kontrolle.

 

BESETZUNG:

Deutsche Besetzung:

Jesper: Ronald Zehrfeld

Oberst Haar: Burghart Klaußner

Oli: Felix Kramer

Petze: Pit Bukowski

Tekl: Tobias Schönenberg

Sepp: Roman-Timothy Rien

 

Afghanische Besetzung:

Tarik: Mohamad Mohsen

Tariks Schwester: Nala Saida Barmaki

Haroon: Abdul Salam Yosofzai

Zia Khan: Abdul Sabor Rasooly

Malik: Habib Sher Aqa

Fela: Ali Reza

 

STAB:

Produktion, Drehbuch und Regie: Feo Aladag

Bildgestaltung, Co-Autorin Drehbuch: Judith Kaufmann

Berater, Co-Autor Drehbuch: Matthias Kock

Szenenbild: Silke Buhr

Kostümbild: Gabriela Reumer

Maskenbild: Paula Leupold

Tongestaltung: Max Thomas Meindl

Montage: Andrea Mertens

Musik: Jan A.P. Kaczmarek, Karim Sebastian Elias

Sounddesign: Guido Zettier

Mischung: Stefan Korte

Herstellungsleitung: Karsten Aurich

Produktion: Independent Artists Filmproduktion

Ko-Produktion: Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion

(Hans W. Geißendörfer)

ZDF (Daniel Blum)

Arte (Prof. Dr. Andreas Schreitmüller)

ZDF / Arte (Olaf Grunert)

Hans W. Geißendörfer zu ZWISCHEN WELTEN

Es war eine ziemlich langweilige Dinner Party, auf der ich Feo Aladag zum ersten Mal sah. Ich wollte sie unbedingt kennenlernen, da ich gerade ihren Film DIE FREMDE gesehen und bewundert habe, und nahm all meinen Mut zusammen, verabschiedete mich von meinem mir zugeteilten Tischnachbarn und ging zu ihr, stellte mich vor und hatte das Glück, dass sie mich einlud, mich zu ihr zu setzen. Natürlich sprachen wir über Filme, aber dann auch über Ausschnitte unseres gegenwärtigen Lebens und über Kriege.

Später las ich eine frühe Fassung des Buches zu ZWISCHEN WELTEN, war begeistert von der Haltung, dem Geist und der Geschichte des Films und freute mich, dass Feo noch auf der Suche nach einem Co-Produzenten war. Als ich den Rohschnitt dann etwas weniger als zwölf Monate später zum ersten Mal sah, war ich für einen Moment der glücklichste Produzent der Welt, weil ich dazu beigetragen hatte, dass dieser wichtige Film über

Freundschaft zwischen den Welten aber vor allem über den Unsinn und Wahn dieses Kriegseinsatzes deutscher Soldaten in Afghanistan entstanden ist. Damals sagte ich Feo: „Weißt Du, was vor allem bleibt und was teilhat an der Einmaligkeit Deines Films: die Kinder. Je länger der Film läuft, desto klarer wird seine Perspektive: Du siehst diese Welt mit dem Staunen und Erschrecken der Kinder, die Du so ganz nebenbei auch staunend und stumm zeigst, nebenbei. Aber sie sind die schuldfreien Zeugen dieses grausamen Krieges.

Die wirken, als wären sie nur zufällig im Bild und dabei. Aber man/ich kann sie nicht vergessen, ihr sprachloses Staunen und Hinnehmen dieser Welt, die wir leider irgendwie mitzuverantworten haben.

 

Produktionsnotizen: 

Feo Aladag realisierte den Film als Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin an Originalschauplätzen in Afghanistan. Jahrelang hat sie darauf hingearbeitet, zahllose Hindernisse und Bedenken aus dem Weg geräumt, um den Film direkt im Krisengebiet zu drehen und nicht, wie für westliche Produktionen üblich, auf ähnlich wirkende Länder auszuweichen.

Die Geschichte der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem Bundeswehrsoldaten und seinem afghanischen Übersetzer hat während der Produktionsphase eine aktuelle Brisanz gewonnen: 2014 ziehen die deutschen Schutztruppen nach mehr als 10 Jahren aus Afghanistan ab und hinterlassen ein unbefriedetes Land und zahllose lokale Mitarbeiter, die von den Taliban als Kollaborateure der Besatzungsmächte gesehen werden.

Die Dreharbeiten umfassten 35 Tage. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Afghanistan in der Region Mazar-e-Sharif und in Kunduz, sowie in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Aladags Independent Artists Filmproduktion produziert in Koproduktion mit dem ZDF und ARTE sowie der Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion.

Der Film wird gefördert vom Medienboard Berlin-Brandenburg, der Film- und Medienstiftung NRW, Nordmedia, der Filmförderungsanstalt und dem Deutschen Filmförderfonds.

 

 

 

 

"Zwischen Welten" lief im offiziellen Wettbewerb der 64. Internationalen Filmfestspiele 2014.

 

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